Einer für Alle – Alle für Einen

Ein Großteil der Turnsportarten zählt zu den Individualsportarten, bei denen die einzelnen Wettkämpfer in der Regel auf sich alleine gestellt und somit auch alleine für Sieg oder Niederlage verantwortlich sind. Auch Rhönradturnen zählt zu diesen Sportarten. Jedoch gab es zum Ende der Wettkampfsaison 2005 gleich drei Wettkämpfe bei denen die Regel, dass man nur auf sich alleine gestellt ist, aufgehoben war.

Die Rede ist von Mannschaftswettkämpfen. Hierbei zählt die eigene Leistung nicht nur für sich selbst, sondern auch für zwei oder sogar drei weitere Mitglieder der Mannschaft. Und das ist es, was den besonderen Reiz ausmacht. Das ist es wodurch man auf der Wettkampffläche ein klein bisschen angespannter ist, als wenn man nur für sich selbst turnt. Es ist aber auch gleichzeitig beruhigend, denn ein Fehler kann möglicherweise durch einen der Mitstreiter wieder ausgebügelt werden. Ganz nach dem Motto: Einer für Alle – Alle für Einen. Denn auch wenn ein Teilnehmer des Teams einmal keine gute Leistung zeigt, so findet er sicherlich den Trost seiner restlichen Mannschaft.

Man geht somit eine turnerische Bindung ein, die die Sportler gleichzeitig anspornt, aber auch sicherer werden lässt. Dieser mannschaftliche Bund wird aber nicht nur auf der Wettkampffläche deutlich, sondern auch außerhalb. Denn zwischen den Zuschauern erkennt man meistens die Mannschaftsmitglieder, die besonders mitfiebern, während einer von ihnen versucht seine bestmögliche Leistung zu zeigen. Und schließlich gibt es einen Moment den alle Mannschaftsmitglieder herbeisehnen: Die Siegerehrung und das gemeinsame feiern der zusammen erbrachten Leistung.

Eine der wichtigsten Mannschaftsentscheidungen im Rhönradturnen ist die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft. Wie schon in den vergangenen Jahren kam auch 2005 die dominierende Mannschaft dieses Wettbewerbs, der in Leverkusen ausgetragen wurde, aus Hessen. Der TSV Taunusstein- Bleidenstadt schaffte es zum erneuten mal diesen Titel zu gewinnen. In der Besetzung mit Sandra Hammacher, Jonas Litzki, Jan Schäfer und Julius Petri distanzierten sie die Konkurrenz um über einen Punkt.

Der größte Mannschaftswettkampf im Rhönradturnen in Hessen ist der Hessenpokal. Im Jahr 2005 traten insgesamt 27 Mannschaften in drei Leistungsklassen an. Bei den Schülern konnten sich die drei Turnerinnen und ein Turner des SV Neuhof 1 (Jana Liese, Hannah Leon, Sarah Metz, Marvin Hohmeyer) durchsetzen und gewannen knapp vor der Mannschaft des TSV Groß-Eichen 1 und TSV Marburg- Ockershausen 1 auf Platz drei.

In der Jugendklasse konnte ebenfalls der TSV Groß-Eichen in den Kampf um den Hessenpokal eingreifen. Aber wiederum mussten sie sich knapp geschlagen geben und erturnten sich Platz zwei. Sieger wurde die Mannschaft vom TuS Nieder- Eschbach mit Martina Puschmann, Nicole Gramowski und Ann-Kathrin Petith.

Auch in der Erwachsenenklasse wurde ein Hessenpokal vergeben. Hier siegte die Mannschaft des TSV Eintracht- Stadtallendorf, bestehend aus Marjam Krüger, Vanessa Hofmann und Stefanie Holzke. Und erneut auf Platz zwei zu finden war auch hier eine Mannschaft des TSV Groß- Eichen. Gefolgt von der Mannschaft des TuS Nieder-Eschbach auf Rang drei.

Eine Mannschaftswettkampf-Premiere, gespickt mit vielen Besonderheiten, erlebte die hessische Rhönradwelt am Ende des Wettkampfjahres 2005. Der HSV Götzenhain richtete zum ersten Mal den Götzenhainer Rhönradcup aus. Neben vier hessischen Vereinen waren auch zahlreiche Vereine aus den südlichen Bundesländern vertreten, womit dieser Wettkampf zu einer überregionalen Veranstaltung wurde. Aber noch weitere Besonderheiten wies dieser Wettkampf auf: Zum ersten Mal in Hessen wurde ein Mannschaftswettkampf in der Disziplin Sprung ausgetragen, auch gab es einen Sprungwettkampf für Schüler, die diese Disziplin normalerweise nicht im Wettkampfprogramm haben. Und in der Landesklasse waren die Mannschaften nicht an Altersgrenzen gebunden. So konnten die Mannschaften gemischt aus Schülern, Jugendturnern und Erwachsenen bestehen. Eine sogar deutschlandweite Seltenheit war der Wettkampf im Paarturnen. Hierbei stehen gleich zwei Turner in einem Rad und zeigen eine Choreografie auf Musik.