Mit dem Rhönrad Grundschüler für Turnen begeistern!

Ein möglicher Weg Nachwuchs zu gewinnen

Während sich Trendsportarten wie Fußball oder Basketballoftmals nicht vor Nachwuchs retten können, stehen Turnvereine vermehrt vor der Frage, wie man am wirkungsvollsten Nachwuchs anspricht und das Interesse fürdie jeweiligen Sportarten weckt. Vor allem mit dem Ziel, neue und jungeMitglieder zu gewinnen, um somit die Zukunft des Vereinslebens und der Turnsportarten zu sichern. Aber gerade auch die neuste Mitgliederstatistik des HTV beweist, dass gute Möglichkeiten bestehen, Kinder für das Turnen zu begeistern.

Im Gegenzug suchen Grundschulen, vor allem viele kleinere Grundschulen, oftmals nach Möglichkeiten ihr Sportangebot über den „Standard-Schulsport“ hinaus zu bereichern und ihren Schülern Einblicke in neue Bewegungsmöglichkeiten zu bieten. Denn mittlerweile ist es erwiesen, dass Bewegung eine Grundlage für erfolgreiches Lernens ist.

Die sich hier bietende Kooperationsmöglichkeit nutzte kürzlich die Rhönradabteilung des SV 1965 Münster in Verbindung mit der nahegelegenen Grundschule Freienseen. Dieser Bericht kann anderen Vereinen auch aus anderen Turnsportarten als Vorlage oder zur Ideengewinnung dienen.

Bereits bei der ersten Kontaktaufnahme mit der Schulleiterin zeigte sich ein großer Bedarf an alternativen Bewegungsmöglichkeiten für die Schülerinnen und Schüler, um den Sportunterricht sinnvoll zu ergänzen. Denn oftmals fehlen ausreichende Geräte und Einsatzmöglichkeiten. Daher war sofort von beiden Seiten die Bereitschaft zur Zusammenarbeit vorhanden und es wurde sich geeinigt einen Schnuppertag Rhönradturnen anzubieten. Bei diesem sollten die Schülerinnen und Schüler in ihren jeweiligen Lerngruppen die Möglichkeit bekommen diese Sportart in jeweils einem kleinen Schnuppertraining in ihrer eigenen Halle kennen zu lernen.

Auch andere Formen der Durchführung sind denkbar, wie zum Beispiel ein Sportfest mit mehreren Sportarten zum ausprobieren oder aber eine Eingliederung in den Sportunterricht. Diese können an den örtlichen Gegebenheiten ausgerichtet werden.

Besonders wichtig bei solch einer Aktion ist die Einbindung der Lehrer der Gruppen zur Unterstützung der Trainer. Denn oftmals gibt es in Grundschulen besondere Rituale, wie spezielle Klatschrhytmen, um sich in der Gruppe zu sammeln und ruhig zu sein. Dabei können sich die Trainer gut unterstützen lassen.

Da in der Regel die meisten Kinder noch keine Erfahrung mit der Sportart gemacht haben, bietet sich hier der Vorteil des gleichzeitigen Lernens in der Gruppe. Auch sollte man sich am Spieltrieb der Kinder orientieren. Denn in einer spielerischen Einrührung, die zugleich zum Aufwärmen dient, verlieren die Kinder sehr schnell die Furcht vor den sehr groß wirkenden Sportgeräten. Und an einer Spielstation, in diesem Fall ein kleiner gesicherter Räderhaufen, können sie alleine ihre Kreativität entfalten und sich mit dem Sportgerät vertraut machen.

Nach dem sie die erste Scheu abgelegt hatten, zeigten die Kinder große Begeisterung bei der Entdeckung einer für die meisten völlig neuen Art der Bewegung. Diese zu nutzen, galt es dann in kleinen Gruppen mit der jeweiligen Radgröße und jeweils einem Trainer. Dabei konnten die Kinder gezielt leichte Grundelemente lernen, bei denen sie sich dann im Folgenden gut in der Kleingruppe selbst helfen konnten, was ihnen besonders viel Spaß machte.

Zum Abschluss der einzelnen Schnuppertrainings der Lerngruppen bekamen alle Kinder eine Urkunde als Andenken und eine Info über die Trainingszeiten, um die geweckte Begeisterung auch dafür zu nutzen, die Kinder ins Training einzuladen. Dies ist sicherlich einer der wichtigsten Faktoren dafür, dass sich die Mühe auch in Form von neuen Mitgliedern lohnt.